Update KompetenzGrün | Januar 2026

KompetenzGrün aktuell: Mit uns mehr Artenvielfalt wagen

Fortsetzung unserer Weiterbildungsreihe im März – Jetzt anmelden!

Über vier Termine hinweg haben wir uns 2025 intensiv mit naturnahen Begrünungen auseinandergesetzt. In sieben Modulen behandelten wir allgemeine Grundlagen ebenso wie spezifische Themen: Saatgutvermehrung, Anlage von Blühflächen, Entwicklung und Erhalt, Pflegemanagement und Artenkenntnis.
Jeder Termin wurde durch praktische Teile ergänzt. Wir zeigten Techniken zur Aussaat von regionalem Saatgut, führten Vegetationsaufnahmen durch und besichtigten Blühflächen sowie Photovoltaik-Anlagen mit Biodiversitätselementen auf unserem Campus.
Die Resonanz war durchweg positiv. Daher bieten wir die Reihe 2026 erneut an. Als zusätzliches Highlight planen wir Flächenrundfahrten zu den Demonstrationsflächen unserer Netzwerkakteure. So können wir noch mehr Praxisbeispiele zeigen und Erfahrungen austauschen.
Die Termine für 2026 finden Sie hier: https://kompetenzgruen.de/weiterbildung-2026.

Vielen Dank an alle Teilnehmenden für Ihr Interesse und Ihre Unterstützung. Wir freuen uns auf die nächste Runde.

- Fotos von Thomas Engst -

Weiterbildungstag für Firmen und Interessierte

Unternehmen, die ihre Außenanlagen ökologisch aufwerten möchten, erhalten 2026 ein kompaktes Angebot: einen eintägigen Weiterbildungstag. Das Format richtet sich gezielt an Firmen und fasst unsere bewährte Weiterbildungsreihe zusammen.
An einem Tag vermitteln wir die wichtigsten Inhalte: Grundlagen naturnaher Begrünung, Anlage von Blühflächen, Auswahl geeigneter Saatgutmischungen, Entwicklung und Pflege sowie Monitoring zur Erfolgskontrolle. Die Veranstaltung kombiniert theoretisches Wissen mit praktischen Einblicken.
Der genaue Termin wird auf unserer Projektwebseite bekannt gegeben. Schauen Sie regelmäßig vorbei, um auf dem Laufenden zu bleiben: www.kompetenzgruen.de

Fahrt in die Praxis: Exkursionen zu unseren Demonstrationsflächen

Theorie ist das eine, die Umsetzung vor Ort das andere. Deshalb laden wir Sie zu zwei Exkursionen ein. Gemeinsam schauen wir uns an, wie naturnahe Grünflächen in der Praxis funktionieren.

08. Juni 2026: Demoflächen im Landkreis Anhalt-Bitterfeld
11. Juni 2026: Demoflächen im Burgenlandkreis

Welche Flächen wir genau anfahren, wird noch festgelegt. Sicher ist: Wir werden uns sowohl gelungene Beispiele als auch weniger erfolgreiche Ansätze ansehen. Denn aus beiden lässt sich lernen.

Die Rundfahrten bieten Gelegenheit zum direkten Austausch mit anderen Praktiker:innen. Sie können Fragen stellen, Erfahrungen teilen und Kontakte knüpfen.

Weitere Informationen zur Anmeldung folgen auf unserer Website unter www.kompetenzgruen.de/weiterbildung-2026

KompetenzGrün unter den Top 10

KompetenzGrün hat einen wichtigen Erfolg erzielt: Unser Projekt gehört zu den zehn besten Ansätzen im UN-Dekade-Wettbewerb 2025.

Die UN-Dekade ist eine weltweite Initiative. Sie soll helfen, Ökosysteme wiederherzustellen und zu schützen. In Deutschland koordiniert das Bundesamt für Naturschutz den Wettbewerb. Gesucht waren u.a. Projekte, die Menschen für Natur in Städten begeistern.

Die Jury bewertet unseren Ansatz als klar und passgenau. KompetenzGrün trat in der Kategorie „Aktivierung“ zum Thema Stadtnatur an. Hier zählt, wie gut ein Projekt Menschen erreicht und zum Mitmachen bewegt.

Wir teilen uns die Top 10 mit weiteren Initiativen aus ganz Deutschland. Jedes Projekt arbeitet daran, Stadtnatur erlebbar zu machen. Alle prämierten Projekte sind online unter www.undekade-restoration.de/projekte einsehbar.

Für uns ist die Nominierung ein Zeichen: Unser Weg, Grün in die Stadt zu bringen, überzeugt.

Blühflächen als Ökokonto: Eine Chance für Kommunen

In vielen Regionen fehlen Flächen für ökologische Kompensationsmaßnahmen. Das Ökokonto bietet hier einen Ausweg: Kommunen können vorab Ausgleichsmaßnahmen durchführen und die damit gewonnenen Ökopunkte später Verursachern von Eingriffen anbieten.

Das Prinzip funktioniert auch in der Stadt. Blühflächen mit heimischen Wildpflanzen eignen sich als Ökokonto-Flächen, sofern sie langfristig angelegt und zielgerichtet gepflegt werden.

Für Städte und Gemeinden ergeben sich dadurch mehrere Vorteile: Sie schaffen Lebensräume für Insekten, verbessern das Stadtklima und helfen gleichzeitig rechtliche Anforderungen der Eingriffsregelung zu erfüllen.

Weitere Informationen zum Ökokonto finden Sie unter: https://www.anhalt-bitterfeld.de/de/naturschutz/oekokonto.html

Tipps zur Pflege: Einfach warten und die Natur machen lassen

Winterruhe im Boden: Für neues Leben auf Ihrer Blühwiese
Die kalte Jahreszeit hat für jede Vegetation ihre Funktion. Das gilt auch für Wildblumenwiesen, wie wir sie in diesem Sommer angelegt haben. Auch wenn auf manchen Flächen bereits die ersten Rosetten unserer Zielarten zu sehen sind – oft verwechselt mit Unkraut –, befinden sich die Flächen in der typischen Winterruhe.
Samenruhe und Keimvorbereitung
Die Samen der Wildpflanzen liegen im Boden und durchlaufen eine Kälteperiode, die für ihre Keimung im Frühjahr wichtig ist. Diese sogenannte Stratifikation sorgt dafür, dass die Pflanzen pünktlich zur warmen Jahreszeit austreiben.
Aktivität von Bodenlebewesen
Unterirdisch bleibt es lebendig. Regenwürmer, Bakterien und Pilze zersetzen organisches Material und verbessern die Bodenstruktur. So schaffen sie die ideale Grundlage für das Wachstum der Wildpflanzen.
Schutz durch Frost und Schnee
Die kalte Jahreszeit schützt den Boden und seine Bewohner. Frost lockert die Erde, während Schnee wie eine Isolationsschicht wirkt. Beides trägt dazu bei, dass die Blühwiese im Frühjahr gestärkt durchstarten kann.
Mehr zu Saatgut, Bodenvorbereitung und Pflege finden Sie zukünftig auf unserer Lernplattform: www.kompetenzgruen.de. Oder lassen Sie sich individuell beraten [Link zur Beratung/Kontakt].

Effekte von urbanem Grün: Aus Forschung und Begegnung

Biodiversität in der Stadtplanung: Neue Studie zeigt Bedeutung naturnaher Grünflächen

Kurze Wege für Menschen – und für Tiere. Eine Studie der Leibniz Universität Hannover und der TU München zeigt, wie sich Natur in das Konzept der 15-Minuten-Stadt integrieren lässt. Das Prinzip: Alles Wichtige soll in maximal 15 Minuten zu Fuß oder per Rad erreichbar sein. Bisher stand dabei vor allem der Mensch im Fokus. Doch auch Wildbienen, Käfer und andere Insekten brauchen erreichbare Lebensräume in ihrer unmittelbaren Umgebung.

Die Forscherinnen Nadja Kabisch und Monika Egerer schlagen verschiedene Ansatzpunkte vor. Dazu gehören viele kleine, verbundene Grünflächen. Vielfalt aus heimischen Pflanzen ist dabei ein wichtiger Aspekt – wie wir ihn auch bei KompetenzGrün umsetzen.

Die Studie wurde kürzlich in Nature Communications veröffentlicht: Kabisch, N., Egerer, M. Resetting the clock by integrating urban nature and its biodiversity into the 15-minute city concept. Nat Commun 16, 9281 (2025).

Verständnis und positive Reaktionen: Naturnahe Grünflächen richtig anlegen

Naturnahe Grünflächen richtig anzulegen, hat viel mit dem Verständnis von heimischen Wildpflanzen zu tun. Darum ging es auch bei unserer Aktion auf dem Silbersalz-Festival. Besucher:innen konnten aus 18 Wildkräutern ihre eigene Saatgutmischung zusammenstellen. Das Format kam gut an.
Einige Besucher:innen berichteten von missglückten Versuchen, Blühwiesen anzulegen. Im Gespräch bekamen sie konkrete Hilfestellung und Hinweise zur Umsetzung. Viele wollen es noch einmal probieren.

Mehr dazu: https://kompetenzgruen.de/alle/selbermachen-beim-silbersalz-festival/
- Fotos von science2public/Paul Hoffmann -

Was wächst denn da?

Krokus (Crocus) – früher Blüher in Wiesen und Gärten

Erscheinungsbild
Der Krokus ist eine niedrige Pflanze mit schmalen, grasartigen Blättern. Seine kelchförmigen Blüten zeigen sich meist in violett, gelb oder weiß. Er blüht sehr früh im Jahr, oft schon ab Februar. Die Pflanze wächst aus einer unterirdischen Knolle.

Bedeutung für die Artenvielfalt
Als früher Blüher liefert der Krokus Pollen und Nektar, wenn andere Blüten noch fehlen. Das macht ihn zu einer wichtigen Nahrungsquelle für Wildbienen und Hummeln nach dem Winter. Er unterstützt Insekten beim Start in die neue Saison und trägt zu einer gestaffelten Blüte im Jahreslauf bei.

Standortansprüche
Krokusse bevorzugen sonnige bis halbschattige Lagen mit durchlässigen, nicht zu nassen Böden. Sie vertragen Kälte und kurze Frostphasen. Auch nährstoffarme Böden bereiten ihnen keine Probleme.

Verwendung in der Wildblumenwiese
In artenreichen Wiesen sorgt der Krokus für frühe Blüte. Er lässt sich gut mit anderen Frühblühern wie Schneeglöckchen kombinieren. Wichtig: Die Pflanzen sollten vor der ersten Mahd vollständig einziehen können. Bei passenden Bedingungen vermehrt sich der Krokus von selbst.

Wissenswertes
Heimische Arten unterscheiden sich von gezüchteten Zierkrokussen. Der bekannte Safran stammt von einer anderen Krokusart. Krokusse schließen ihre Blüten bei Kälte und Regen. Sie gelten als Zeichen für den Beginn des Vorfrühlings.
- Bildquelle: Wikipedia User Meneerke bloem; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0

Aktivitäten des Projekts: Fortschritte und Einblicke

Unser Netzwerk wird größer: Neue Flächen angelegt

Kooperation-Vorbereitung-Einsaat und Einsetzen des regionalen Wildpflanzensaatguts und heimischer Wildpflanzen: Mit diesen Schritten haben wir auch in diesem Halbjahr verschiedene neue naturnahe Grünflächen angelegt:
  • weitere Wohnquartiere der TAG Wohnen & Service GmbH in Bad Kösen
  • am Bürgergarten und am Moritzplatz in Naumburg
  • am Kugelberg in Weißenfels
  • Firmengelände von Miltitz Aromatics im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen
  • am Grünkeil an der Streuobstwiese in Köthen
  • Zentrum Weißenfels
  • Diakonie Bitterfeld-Wolfen
Mehr dazu in unseren Aktivitäten: https://kompetenzgruen.de/aktivitaeten/alle/

KompetenzGrün im Film

Unser neuer Imagefilm erklärt unseren Ansatz für mehr Biodiversität in der Stadt und zeigt, wie sich vor allem städtische Grünflächen mit heimischen Wildpflanzen aufwerten lassen: https://kompetenzgruen.de/alle/neuer-film-zu-kompetenzgruen/
Halten Sie sich auf dem Laufenden mit Hilfe unserer Website, neuen Aktivitäten und Angeboten auf unserer Lernplattform. Oder nutzen Sie unser Kontaktformular, um direkt eine Frage zu stellen: https://kompetenzgruen.de/beratung/

Wir freuen uns auf das kommende Halbjahr mit Ihnen und noch mehr Natur in lebenswerten Städten.
Bis bald, Ihr KompetenzGrün-Team
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